Das Relevanzmaschinen-Projekt

Das Diktat der Maschinen oder: Relevant ist, was der Algorithmus vorgibt

Ziel der Autoren J. A. C. S. ist es, mit Hilfe der Relevanzmaschine – www.relevancemachine.org – auf spielerische Weise etwas über das Verhältnis der Gesellschaft zum Begriff „Relevanz“ zu erfahren. Es wird analysiert, welche Begriffe auf ihre (absolute) Relevanz unter dem Gesichtspunkt der Ewigkeit (sub specie aeternitatis) hin untersucht werden. Daraus können Rückschlüsse auf die Nutzerschaft gezogen werden. Die Maschine konfrontiert die Menschen mit dem Relevanzbegriff und regt an, sich damit auseinanderzusetzen. Die Relevanzmaschine stellt die heute oft kommerziell motivierten Definitionen der Relevanz in Frage, wie sie uns von Medien, Datensammlern und Onlinehändlern aufgezwungen werden. Menschen sollen angeregt werden, darüber nachzudenken, was für sie tatsächlich relevant sein könnte.

Wir fragen „Ist relevant, was uns der Algorithmus vorgibt?“ und: „Lassen wir uns das Wertesystem von Maschinen diktieren?“

Funktionsweise der Relevanzmaschine

Die Relevanzmaschine ermittelt auf der Grundlage eines eigenen, von J. A. C. S. entwickelten Algorithmus die objektive Relevanz eines beliebigen, in jeder Sprache einzugebenden Begriffes unter dem Gesichtspunkt der Ewigkeit (sub specie aeternitatis). Es werden Werte von 0 (kaum relevant) bis 10 (absolut relevant) ausgegeben. Der Relevanzwert kann sich mit der Zeit verändern.

Gedächtnis der Relevanzmaschine

Folgende Werte werden von der Relevanzmaschine gespeichert:

  • eingegebener Begriff
  • ausgegebener Wert
  • Datum der Eingabe
  • Ort der Eingabe

Ausgewertet und auf separaten Seiten ausgegeben werden derzeit:

Erste Erkenntnisse

Bisher wurden mehr als 1.500 Begriffe in die Relevanzmaschine eingegeben (Stand: Sommer 2014). Die Eingaben lassen bereits einige Rückschlüsse auf die Intentionen der Nutzer zu:

1. Die Maschine wird „getestet“

Nutzer testen die Maschine, indem sie Begriffe in verschiedenen Sprachen eingeben, z. B. „Gott“ und „god“ oder Synonyme benutzen, z. B. „nine“ und „9“. Vielleicht gehen die Nutzer davon aus, dass Begriffe in unterschiedlichen Sprachen oder Synonyme die gleiche Bedeutung besitzen? Doch sind schon einzelne Wörter für sich unterschiedlich besetzt, je nachdem, in welchem Kontext sie gedacht werden oder wie der Nutzer kulturell geprägt ist. So wird ein gläubiger Muslim unter dem Begriff „Allah“ etwas anderes verstehen als ein Christ oder Atheist.

2. Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

Oft wird die Frage nach dem „Sinn des Lebens“ gestellt, werden die „Eckpfeiler“ des Wertesystems überprüft. Dabei kommen regelmäßig Begriffe aus dem ethisch-religiösen Umfeld zum Einsatz, wie „Gott“ oder „Eternity“, „Liebe“ oder auch Begriffe wie „Geld“. Abgefragt werden auch literarisch inspirierte, magische Begriffe wie die „42“ aus Douglas Adams‘ „Per Anhalter durch die Galaxis“.

3. Selbstbezogene Eingaben

Die Nutzer geben gern ihren Namen oder den anderer Leute ein. Ein Beispiel aus Portugal: erst „Alberto“, dann „Carrilho“ und schließlich „Alberto Carrilho“. In diesem Fall gab die Relevanzmaschine drei Mal den Wert „2“ aus. Oft beschränken sich die Nutzer auf Vornamen, wobei sie sich die Frage stellen müssten, welcher „James“ denn nun gemeint ist oder ob die Maschine „James“ womöglich als Gattungsbegriff oder „Archetyp“ interpretiert.

Das Relevanzmaschinen-Terminal

J. A. C. S. planen, mehrere Terminals der Relevanzmaschine herzustellen und diese an verschiedenen Orten aufzustellen. Über eine Tastatur können die Nutzer vor Ort ihre Begriffe in die Relevanzmaschine eingeben und bekommen die entsprechenden Relevanzwerte angezeigt. Gleichzeitig werden sie von einer Kamera bei der Eingabe der Begriffe gefilmt/fotografiert. Auf Bildschirmen sehen die Nutzer gleichzeitig die Menschen, die den Terminal an einem anderen Ort der Welt bedienen und lesen deren eingegebene Begriffe und die entsprechenden Relevanzwerte. So ist ein direkter Vergleich nicht nur der eingegebenen Begriffe möglich, sondern auch eine Interaktion der Nutzer …

Aufbau des Relevanzmaschinen-Terminal

… technische Zeichnung des Relevanzmaschinen-Terminals.

Das Relevanzspiel „Sub specie aeternitatis“

In dem Spiel „Sub specie aeternitatis“ (Spielanleitung) können sich Menschen auf unterhaltsame Weise mit der Relevanzmaschine auseinandersetzen.